#10 Vorsorge: Was du jetzt über Vollmacht, Patientenverfügung & Testament wissen musst

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das oft viel zu spät angegangen wird: Vorsorge. Warum brauchst du eine Vorsorgevollmacht, selbst wenn du jung und gesund bist? Was genau regelt eine Patientenverfügung – und was übernimmt dagegen ein Testament? Wir erklären dir verständlich, worin die Unterschiede liegen, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du unkompliziert den ersten Schritt machst. Dazu spricht Host Eva Schulze-Gabrechten mit dem Experten Klaus Steinhoff von der Volksbank Hellweg.

Egal ob Vollmacht, Betreuungsverfügung, Erbrecht, Nachlassplanung oder finanzielle Absicherung: Wir holen dich ohne Vorwissen ab und zeigen, wie du mit ein paar einfachen Entscheidungen deine Zukunft und die deiner Liebsten entspannter gestalten kannst.

🎧 Perfekt für alle zwischen 25 und 39, die endlich Klarheit bei ihren Vorsorgedokumenten wollen – ohne Juristen-Deutsch, dafür mit vielen praxisnahen Tipps!

Transkript anzeigen

00:00:02: War oder mit Karte?

00:00:03: Dein Finanzpodcast von der Volksbank Hellwig.

00:00:08: Wenn mit mir was ist, ich werde für gewöhnlich versorgt.

00:00:10: Meine Familie, die kann ich natürlich damit elementar unterstützen, weil es ist ohnehin schlimm genug, wenn was passiert.

00:00:17: Wenn dann die Dinge aber noch ungeriegelt sind, dann habe ich noch viel mehr Probleme.

00:00:20: Im Testament steht gar nicht, wie wir das aus amerikanischen und englischen Spielfilmen kennen.

00:00:25: So und kriegt die Immobilie und doch, da kriegt das Auto.

00:00:28: Und

00:00:28: dann schreit der andere Sohn auf und sagt,

00:00:30: nein.

00:00:31: Genau.

00:00:32: So ist es tatsächlich gar nichts.

00:00:34: Gut, das heißt also, wenn ich wollen würde, dass mein Freund meinen Rechtsnachfolger wird, sollte ich jetzt mal einen Testament machen.

00:00:39: Korrekt?

00:00:40: Auf jeden Fall.

00:00:41: Gut,

00:00:41: oder heiraten.

00:00:42: So,

00:00:43: gucken wir mal.

00:00:44: Heiraten ist ganz oft die Musterlösung.

00:00:46: Hi und herzlich willkommen zu Folge.

00:00:48: zehn von Bar oder mit Karte.

00:00:49: Das ist dein Finanzpodcast von der Volksbank Hellweg.

00:00:52: Ich bin Eva Schulze Gabrechten, ich hoste diesen Podcast und zusammen mit den Expertinnen und Experten von der Volksbank Hellweg kläre ich hier alles, was wichtig ist für deine Finanzen, damit du in Zukunft ganz entspannt auf dein Konto oder in dein Depot gucken kannst.

00:01:06: In dieser Folge machen wir das Thema Vorsorge endlich verständlich.

00:01:10: Was passiert eigentlich, wenn du plötzlich nicht mehr selbst entscheiden kannst, welche Notfalldokumente brauchst du wirklich und warum sind Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament nicht nur Themen für später?

00:01:21: Wir sprechen darüber, welche Unterlagen in deinen Notfallordner gehören, wofür Vollmachten und Patientenverfügung eigentlich gut sind, wie du Streit unter Angehörigen vermeidest und was du regeln solltest, wenn deine Eltern pflegebedürftig werden.

00:01:33: Dazu habe ich Klaus Steinhoff von der Volks-.

00:01:37: Er ist Generationenberater und er kennt die wichtigsten Basics in Sachen Vorsorge, Pflegeplanung und Absicherung.

00:01:43: Für alle, die Verantwortung für sich und ihre Familie übernehmen wollen.

00:01:47: Wenn dir dieser Podcast gefällt, dann lass uns doch gerne eine Bewertung und ein Abo da.

00:01:51: Vielen Dank im Voraus und jetzt geht's los mit der Folge.

00:01:54: Hallo Klaus und herzlich willkommen bei Bauder mit Karte.

00:01:57: Hallo Eva, vielen Dank.

00:01:58: Schön, dass du da bist.

00:01:59: Klaus, wir starten ja immer so, was machst du eigentlich bei der Volksbank?

00:02:02: Ich bin im Private Banking tätig als Generationenberater.

00:02:06: Das heißt, ich spreche mit unseren Kundinnen und Kunden über das Thema persönliche Notfallvorsorge.

00:02:11: Und wie kann ich mich denn schützen, um eben von meiner Familie und von mir Schaden fernzuhalten und Dinge, die nicht so gut laufen, dann zumindest so zu regeln?

00:02:21: dass sie einigermaßen händelbar bleiben für alle.

00:02:23: Super spannendes Thema.

00:02:24: Bevor wir da reingehen, würde ich dir gern ein paar Entweder-Oder-Fragen stellen.

00:02:27: Das machen wir immer so zum Einstieg.

00:02:28: Du entscheidest einfach spontan, was dir besser gefällt.

00:02:31: So machen wir es.

00:02:32: Super.

00:02:32: Klaus, Vertrauen oder Kontrolle?

00:02:34: Vertrauen.

00:02:36: Ordner im Regal nach Farben sortieren oder lieber Zettelwirtschaft auf dem Schreibtisch?

00:02:40: Ordner nach Farben sortiert.

00:02:42: Machst du das auch?

00:02:43: Jedes Vierteljahr mache ich das.

00:02:44: Bis dahin landet es auf dem Schreibtisch auf dem großen Haufen.

00:02:47: Aber dann wird regelmäßig beim regnerischen Sonntag-Narmittag sortiert.

00:02:52: Und ab dann sieht es ganz gut aus.

00:02:54: Also organisiertes Chaos.

00:02:56: Ja, ein bisschen.

00:02:57: Sehr schön.

00:02:58: Unabhängig selbst entscheiden oder andere entscheiden lassen?

00:03:01: Unabhängig selbst entscheiden.

00:03:02: Das ist ja

00:03:03: dir jetzt auch vermutet bei unserem Thema.

00:03:04: Abschließende Frage.

00:03:05: Wir sind im Advent.

00:03:06: Ich finde, da kann man das schon mal machen.

00:03:08: An Weihnachten.

00:03:09: Kartoffelsalat mit Würstchen oder lieber Braten mit Klößen und Rotkohl?

00:03:13: Braten mit Klößen und Rotkohl, bei uns gibt es heilig Abend aber Raklet.

00:03:18: Oh, auch gut.

00:03:19: Das ist ja so ein Silvester-Ding, aber sehr lecker.

00:03:22: Kommt alle auf ihre Kosten.

00:03:23: Ja.

00:03:23: Super.

00:03:24: Klaus, du hast es schon gesagt, du bist hier bei der Volksbank Hellweg Spezialist für die Generationenberatung.

00:03:30: Was genau verstehst du darunter?

00:03:31: Ich

00:03:31: hatte es gesagt, so ein bisschen das Thema persönliche Notfallvorsorge.

00:03:35: Was ist, wenn das Leben irgendwelche Einschläge von rechts und links bereithält?

00:03:39: Entweder, was die eigene Gesundheit angeht oder Gesundheit in der Familie.

00:03:43: Das heißt, ich spreche mit unseren Kundinnen und Kunden so ein bisschen über das Thema, wie hast du denn vorgesorgt, wenn du selbst nicht oder nicht mehr entscheiden kannst, wer soll und kann das denn dann für dich machen?

00:03:52: Was passiert eigentlich, wenn du dich selbst nicht darum kümmerst?

00:03:55: Spreche ein bisschen über das Thema Patientenverfügung.

00:03:57: Wie ist denn mein Wunsch und Wille für meinen letzten Lebensweg?

00:04:01: Wie möchte ich das gestalten?

00:04:02: Immer auch das Thema Pflege.

00:04:04: Was ist bei einer eigenen Pflegebedürftigkeit, aber auch bei einer Pflegebedürftigkeit von Mama oder Papa?

00:04:10: Wie ist das dann, wenn ich zu Hause pflege, beziehungsweise gepflegt werde?

00:04:14: Und wie ist es denn im schlimmsten Fall, wenn ich dafür eine stationäre Unterbringung muss?

00:04:18: Und Last but not least auch noch immer über die Themen testamentarische Regelungen.

00:04:21: Was kann ich regeln?

00:04:22: Was sollte ich regeln?

00:04:23: Und warum ist es denn immer sinnvoll, da tatsächlich was zu tun?

00:04:26: Das sind ja alles so Themen, Patientenverfügung, Testament.

00:04:29: Bei mir zumindest.

00:04:29: Ich bin Zweiunddreißig, warband die so in meinem Kopf rum.

00:04:32: Und ich denke immer, ich sollte mich da mal drum kümmern.

00:04:34: Habs noch nicht, sage ich auch ganz offen.

00:04:35: Deshalb bin ich sehr froh, dass wir sprechen.

00:04:37: Und das ist ja auch ein toller Service.

00:04:39: ihr hier bei der Volksbank Helvick anbietet und von dem jetzt unsere Hörerinnen und Hörer hier im Podcast profitieren können, weil wir heute deine Expertise hier so ein bisschen kennenlernen.

00:04:46: Ich freue mich drauf.

00:04:47: Mich hat total überrascht, wir hatten ja vor dieser Aufnahme schon mal telefoniert, dass du zu mir gesagt hast, na ja eigentlich beginnt die Notwendigkeit sich darum zu kümmern mit der Vollierigkeit, mit dem achzehnten Geburtstag.

00:04:58: Ich hatte immer so im Kopf, ja, Notfallvorsorge, das ist was für Rentner.

00:05:03: Warum betrifft das auch junge Menschen?

00:05:04: Also grundsätzlich ist das was die Notwendigkeit wird einem häufig erst viel zu spät bewusst.

00:05:10: Das heißt, im hohen Lebensalter, da denkt der ein oder die andere darüber nach, auf der anderen Seite merkt man selber ja nie, wenn man älter wird.

00:05:18: Das heißt, der heute, fünf- sechzigjährige fühlt sich ja immer noch knackig frisch und kann immer noch sagen, dass das dauert ein bisschen.

00:05:25: Natürlich passiert im höheren Lebensalter sicherlich statistisch eher etwas, aber es kann natürlich auch junge Leute treffen und mit dem achtzehnten Geburtstag sind eben plötzlich nicht mehr Mama und Papa zuständig, sondern dann tatsächlich zunächst mal niemand.

00:05:40: und wenn dann etwas ist.

00:05:42: und ich kann selbst Dinge nicht mehr entscheiden, dann wird eben ein automatisch ein sogenanntes Betreuungsverfahren in Gang gesetzt.

00:05:49: Und um das zu verhindern, muss ich auch mit achtzehn selbst tätig geworden sein.

00:05:54: Was sind denn so aus deiner Erfahrung typische Situationen, in denen auch jüngere Menschen, ich sage jetzt mal so bis Ende dreißig, am besten eine Vorsorge hätten?

00:06:01: Spätestens dann, wenn es irgendwann in die Beziehung geht, unter Umständen Nachwuchs da ist, eine Immobilie, die in vielen Fällen ja dann finanziert worden ist, Dann kann es natürlich schon mal dramatisch sein, wenn einer der beiden dann eben ausfällt und man plötzlich unter Umständen dann mit einer Betreuung etwas zu tun hat.

00:06:21: Das heißt z.B.

00:06:21: in einem Fall von einem Unfall oder vielleicht eine spontane Krankheit.

00:06:25: So, okay, ich verstehe.

00:06:27: Wenn wir jetzt mal drauf schauen, du hast es gerade schon angesprochen, Betreuungsverfahren.

00:06:32: Vielleicht können wir das einmal schon mal grob umreißen.

00:06:34: Welche Folgen hat es denn, wenn ich mich um gar nichts kümmere?

00:06:38: Wenn ich mich um gar nichts kümmere und bleibe fit, dann hat er zunächst mal keine Folgen, weil ich selbst immer Herr oder Frau des Geschehens bleibe.

00:06:47: In dem Moment, wo ich das nicht mehr kann und es muss eine Entscheidung getroffen werden, wird ein gerichtliches Betreuungsverfahren in Gang gesetzt.

00:06:55: Das führt häufig dazu, dass Mama, Papa, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter zur gesetzlichen Betreuerin oder Betreuer bestellt werden.

00:07:05: hat aber auch zur Folge, der diejenige muss einmal im Jahr zum Betreuungsgericht fahren und dort eben Rechenschaft ablegen, welche Entscheidungen habe ich denn getroffen?

00:07:13: Und häufig ist es ja so, dass ich irgendeine Vertrauensperson habe oder im Idealfall sogar mehrere Vertrauenspersonen habe, wo ich eben sage, die sollen für mich entscheiden und nicht irgendjemand, den ich unter Umständen nicht kenne, weil bei dem Betreuungsverfahren das eben so ist, ich habe da wenig Einfluss drauf, wer das letztendlich wird.

00:07:30: Da steht, und das kann ich vorab aber festlegen, dass ich sage, ich möchte meinen Partner wäre die Person, die mein Betreuer sein soll, zum Beispiel?

00:07:37: Genau, das kann ich festlegen, wer denn Betreuerin Betreuer werden soll.

00:07:41: Ich kann aber auch sagen, ich möchte gar nicht erst, dass es zu so einem Betreuungsverfahren kommt und kann das über eine Vollmacht regeln.

00:07:48: Immer wenn ich jemanden bevollmächtigt habe, dann kommt es gar nicht erst zu einem Betreuungsverfahren, weil Betreuerin Betreuer immer nur dann eingesetzt werden, wenn nicht jemand anders das für mich machen kann.

00:07:59: Das wäre in dem Fall immer der Bevollmächtigte.

00:08:03: Dann lass uns mal auf diese Vollmacht schauen.

00:08:05: Was genau kann die alles regeln?

00:08:07: Prinzipiell fast alles.

00:08:09: Das heißt, ich kann selbst festlegen, welche Bereiche soll das erfassen und kann das tatsächlich, wenn ich das möchte, auch unterschiedlichen Leuten geben.

00:08:18: Das heißt, der eine soll sich um das Thema Finanzen kümmern und der andere ums Thema Personensorge, Gesundheitssorge.

00:08:26: Ich kann aber natürlich auch, und das ist der häufigere Fall, sagen, nee, wenn, dann soll es eben eine Person regeln, bei Freiradien ist das häufig der Ehepartner, und dann eben irgendwann auch die Kinder.

00:08:37: Und ich glaube, so eine häufige ... Meinung ist, hab ich jedenfalls schon oft gehört, naja, wenn was ist, das dürfen meine Eltern oder das darf dann ja eh meinen Partner entscheiden.

00:08:45: Das stimmt nicht, oder?

00:08:46: Nee, das stimmt nicht, aber landläufige Meinung ist, wir sind verheiratet, das dürfen wir ohnehin füreinander entscheiden.

00:08:53: Und das ist ja tatsächlich auch die Realität für viele.

00:08:56: Das heißt, dass das gar nicht funktioniert, merkt man ja immer erst in Extremsituationen und von daher ist das auch in Ordnung, dass das geglaubt wird.

00:09:04: Es ist leider nicht so und das stelle ich dann aber leider viel zu spät fest.

00:09:08: denn in dem Moment kann ich eben nichts mehr dran ändern.

00:09:10: Ich verstehe.

00:09:12: Wie erstelle ich denn so eine Vollmacht?

00:09:13: Worauf sollte ich da achten?

00:09:15: Im Idealfall hole ich mir bei der Erstellung der Vollmacht Rechtsberatung, indem ich zum Rechtsanwalt bzw.

00:09:21: zum Notar gehe.

00:09:22: Das sind die Experten für die rechtliche Beratung.

00:09:24: Was ist denn eigentlich für mich die Konsequenz, wenn ich das hier so regle?

00:09:29: Ich muss das nicht machen.

00:09:30: Das heißt, ich kann meine Vollmacht auch alleine erstellen.

00:09:33: Es gibt da Formulare beispielsweise vom Bundesjustizministerium.

00:09:37: Die kann ich ausfüllen.

00:09:39: Glücklicher ist es natürlich, wenn ich mir da eben die Beratung zuhole, worauf muss ich denn unter Umständen achten.

00:09:45: Ansonsten, wie gesagt, kann ich das alleine.

00:09:47: Königsweg ist immer die Notariel-Beurkundete-Vorsorge Vollmacht.

00:09:51: Das ist dann Freitext, den der Notar nach den Wünschen des Vollmachtgebers dann eben erstellt.

00:09:57: Das ist wahrscheinlich auch eine Frage, wie viel Geld ich in die Hand nehmen möchte oder kann.

00:10:00: richtig, weil ich glaube Notariel ist dann immer mit Kosten verbunden.

00:10:03: Genau, bei einer notarielen Vollmacht, da geht es nicht um Arbeitsaufwand, sondern da geht es immer um den sogenannten Geschäftswert und der richtet sich tatsächlich nach dem eigenen Vermögen.

00:10:13: Das heißt, derjenige, der mehr hat, muss entsprechend auch mehr zahlen.

00:10:17: Dafür habe ich dann aber auch tatsächlich nachher ein Vehikel in der Hand, wo aber auch gar keiner irgendwelche Zweifel dran haben kann.

00:10:23: Und immer wenn ich so eine Vollmacht handschriftlich erstelle und unterschreibe, dann ist die nominell gültig.

00:10:29: Und das hilft mir häufig im Krankenhaus auch weiter.

00:10:32: Es gibt aber auch die eine oder andere Stelle, wo ich damit vor die Wand renne und die nicht akzeptiert wird.

00:10:39: Vor dem Hintergrund, wir können die Unterschrift nicht prüfen, oder die Unterschrift stimmt nicht mit der Unterschriftprobe, die wir hier aus zwei tausend achtzehn haben, über ein.

00:10:47: Wir wissen nicht, ob das Datum, was aufgebracht ist, denn tatsächlich auch das Datum ist, anzudem die Vollmacht unterschrieben worden ist.

00:10:54: Und wir wissen natürlich nicht, inwieweit derjenige, der unterschrieben hat, denn bei Unterschriftgeschäftsfähig war.

00:10:59: Und so ist eben häufig, dass man so eine Vollmacht hat.

00:11:02: Und trotz allem kann derjenige, der handeln soll, dann letztendlich nicht damit handeln.

00:11:06: An welchen Stellen ist das aus deiner Erfahrung, dass man da, wie du sagst, das Vorwände rennt?

00:11:11: Ganz häufig bei Banken, die da eben sagen, die Handschriftliche voll macht, so wie sie es akzeptieren, wenn ich aus den eben genannten Gründen.

00:11:19: Bei Krankenkassen kann das passieren.

00:11:21: Da ist es ganz unterschiedlich, wie unterschiedliche Krankenkassen damit umgehen.

00:11:25: Und bei der einen oder anderen Behörde ist es eben auch so, dass man damit dann plötzlich nicht weiter

00:11:29: kommt.

00:11:30: Ah, ich verstehe.

00:11:31: Das heißt also, ich kenne das aus dem Buchhandel.

00:11:33: Diese Heftchen gibt es auf diese Mappen hier, ihre Vorsorge-Mappe und da ist dann so ein Vordruck mit einer Vollmacht zum Beispiel.

00:11:40: Würdest du jetzt eher nicht empfehlen?

00:11:42: Oder wie schätzt du das ein?

00:11:43: Ja, die Frage ist immer, was ich anschließend damit mache.

00:11:46: Es gibt relativ viele Vollmachtformulare und die sind nicht alle gut.

00:11:51: Ah.

00:11:52: Das heißt, da muss ich schon ein bisschen gucken, wonach greife ich denn da?

00:11:56: Und letztendlich ist für mich wichtig, wenn ich das mache, dann möchte ich ja, dass derjenige, der damit losrennen muss, irgendwann auch tatsächlich handeln kann.

00:12:05: Ich habe das gesagt, im Idealfall notariell beurkundet das Ganze.

00:12:09: Zumindest sollte ich aber gucken, dass niemand Zweifel daran haben kann, dass die Unterschrift tatsächlich auch echt ist.

00:12:15: Und das kann ich eben auch gewährleisten, indem ich bei der Betreuungsbehörde mir diese Vorsorge vollmacht, öffentlich beglaubigen lasse.

00:12:24: Das heißt, die beglaubigende Person, die bestätigt dann eben derjenige, der hier vorgibt, unterschrieben zu haben, hat das Ganze auch unterschrieben, erhöht natürlich die Akzeptanz.

00:12:33: und kostet mit allem zehn Euro ist also auch relativ erschwinglich.

00:12:38: Ja,

00:12:38: für wen würdest du sagen, lohnt sich eine Vollmacht besonders bzw.

00:12:42: ab wann sollte man die im besten Fall spätestens haben?

00:12:46: Ja, klare Sache mit mit achtzehn.

00:12:49: Krass!

00:12:49: Ich habe drei Töchter, die sind dann eben alle mit mit achtzehn, haben die dann den Gang entsprechend gemacht.

00:12:58: Weil klar, Papa eben gesagt hat, wir ausdehnen und den gründen.

00:13:00: Und das ist dann auch nichts, was man mit achtzehn nicht nachvollziehen könnte.

00:13:04: Das

00:13:04: stimmt.

00:13:04: Wie lang dauert es, ungefähr eine wirksame Vollmacht zu erstellen?

00:13:07: Gibt's da so eine Pimal-Daumen-Regel?

00:13:10: Dass das ausfüllen, nach dem, wie ich das mache, kann ich in zehn Minuten erledigt haben.

00:13:15: Und es ist dann entweder ein Termin beim Notar.

00:13:18: Der ist im Regelfall auch nicht mit einem riesenzeitlichen Vorlauf.

00:13:21: Terminierung bei der Betreuungsbehörde, kriege ich im Regelfall auch binnen einer Woche hin.

00:13:25: Alles klar.

00:13:26: Jetzt ist mir klar, wir haben im Dialfall eine solche Vollmacht.

00:13:29: Im besten Fall noch notariell beurkundet.

00:13:32: Damit könnte mein Partner losrennen und sagen, ich möchte meine Bankgeschäfte für meine Partnerin regeln.

00:13:37: Was ich mich jetzt frage, wie aber kommt die betreue oder die bevollmächtigte Person an all die Zugänge, die sie braucht, die Passwörter?

00:13:44: Wie kann ich davor sorgen?

00:13:45: In meinen Gesprächen geht es ja weniger darum, dass die Vollmacht erstellt wird, sondern tatsächlich, was ist denn eigentlich, wenn die da ist?

00:13:51: und genau das ist dann das, was unsere Dienstleistung ausmacht.

00:13:55: Das heißt, da gibt es einen Notfallordner, den ich da erstelle.

00:13:59: Das ist im Regelfall für denjenigen, der den macht, relativ einfach, weil das derjenige ist, der die Passwörter, die Vertragspartner und der gleichen kennt.

00:14:09: Das ist eben alles danach in diesem Ordner abgelegt und derjenige, der irgendwann handeln muss, muss dann entsprechend zunächst mal nur diesen Ordner aus dem Schrank ziehen und da stehen all die Dinge drin, die dann noch zu tun sind.

00:14:19: Da ist dann Verweis drauf unter Umständen auf den Versicherungsordner, der irgendwo anders im Büro steht.

00:14:24: Aber dieser eine Ordner darauf komprimiert sich das eben, dass da die Infos drinstehen, die ich brauche.

00:14:30: Den Ordner muss ich aber nur gut verstecken, ne?

00:14:33: Ich stell mir vor, wenn da so alle Bankpasswörter drinstehen und so, uah!

00:14:36: Ja, Passwörter würde ich da tatsächlich auch nicht unterbringen.

00:14:40: All an alle anderen Dinge, die da sind.

00:14:42: Das wäre jetzt auch nichts, was ins Bankschließfach.

00:14:46: Das heißt, das soll ja denjenigen, der handlungsfähig halten.

00:14:49: Dann wäre es ärgerlich, wenn Freitagsabend was passiert.

00:14:52: Und ich erst montags ans Bankschließfach komme.

00:14:54: Die Angaben, die da drin sind, sind im Regelfall nicht geheim.

00:14:58: Alles klar.

00:14:59: Das klingt insgesamt, als wäre das eine große Entlastung, wenn man so vorgesorgt hat.

00:15:04: Ja, und zwar für diejenigen, die ich lieb hab.

00:15:06: Das heißt, selbst wenn mit mir was ist, ich werde für gewöhnlich versorgt.

00:15:10: Meine Familie, die kann ich natürlich damit elementar unterstützen, weil es ist ohnehin schlimm genug, wenn was passiert.

00:15:17: Wenn dann die Dinge aber noch ungeriegelt sind, dann habe ich noch viel mehr Probleme, als ich ja ohnehin schon habe, wenn was passiert ist.

00:15:23: Also auch viel mehr Stress.

00:15:24: Das heißt, wenn man sein Leben was Gutes tun will, wie du sagst, vorsorgen.

00:15:28: Genau.

00:15:28: Super.

00:15:29: Lass uns mal auf ein Thema gucken, was viele von uns beschäftigt.

00:15:32: Du hast das auch schon angerissen, die sogenannte Patientenverfügung.

00:15:35: Wie möchte ich behandelt werden im Falle des Falles?

00:15:38: Um die Frage geht es ja jetzt.

00:15:39: Was regelt eine Patientenverfügung?

00:15:41: In der Patientenverfügung stehen grundsätzlich die Dinge, die ich gegen mein Lebensende.

00:15:47: haben möchte.

00:15:47: Das heißt immer dann, wenn mein Lebensende bevorsteht, dann ist es so, wenn ich nichts mache, dann werde ich so lange am Leben erhalten, wie das aus medizinischer Sicht sinnvoll ist.

00:15:57: Und immer dann, wenn ich sage, ich möchte das aber für mich anders geregelt haben, dann komme ich nicht umhin, selbst schriftlich eine Patientenverfügung zu erstellen.

00:16:06: Das kann niemand für mich machen, auch kein Bevollmächtigter.

00:16:09: Ah.

00:16:10: Und kann da eben tatsächlich sagen, in welchen Situationen zum Lebensende hin möchte ich denn welche Behandlung Und welche möchte ich denn unter Umständen nicht mehr?

00:16:20: Und das geht nicht immer nur um lebenserhaltende Maßnahmen.

00:16:23: Das geht beispielsweise auch um Schmerzmedikation.

00:16:26: Wie möchte ich die denn haben?

00:16:27: Möchte ich meine Umwelt weiterhin bewusst wahrnehmen?

00:16:31: Oder ist es in Ordnung für mich, wenn ich dann in so einem Zustand der Sedierung irgendwann bin?

00:16:37: Ich kann dort sagen, wer soll denn eigentlich Beistand leisten?

00:16:40: Ich kann sagen, wo möchte ich mich im Idealfall zum Lebensende hinaufhalten?

00:16:45: Und kann da entsprechend dann die Dinge regeln, die mir wichtig sind.

00:16:49: Da ist der fachliche Ansprechpartner, immer Hausärztin, Hausarzt.

00:16:53: Die brauche ich nicht zwingend für die Gültigkeit der Patientenverfügung.

00:16:56: Die kann ich tatsächlich ganz alleine im stillen Kämmerlein machen.

00:16:59: Trotz allem auch da immer die Empfehlung, wenn man einen guten Draht zur Hausärztin Hausarzt hat, dann eben mal mit denen darüber zu

00:17:05: sprechen.

00:17:06: Ja, das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen, denn ich stelle mir das sehr schwierig vor, wenn man bisher das Glück hatte, noch keine Berührungspunkte damit zu haben.

00:17:12: Wie will ich einschätzen, was ein Schmerzmedikament macht oder wie ich mich dann fühle?

00:17:15: Okay, also das wäre dann der Gang zum Arzt.

00:17:17: Ist auch die Patientenverfügung wieder ein Dokument, bei dem du eine notarielle Begleitung empfehlen würdest?

00:17:22: Nein, eine Patientenverfügung ist gültig, wenn ich die unterschrieben habe.

00:17:27: Und der Arzt?

00:17:28: kann die nur dann nicht akzeptieren, wenn er begründete Zweifel daran hat, dass das immer noch mein Wunsch und Wille ist.

00:17:34: Das heißt, dort habe ich nichts damit, dass ich die beglaubigen lassen muss, die Unterschrift.

00:17:39: Trotzdem sollte ich natürlich ein bisschen darauf achten, dass ich nicht mit fünf verschiedenen Stiften auf den einzelnen Formularen rumschreibe.

00:17:46: Es sollte schon schlüssig sein, ja, das ist in einem durchgemacht.

00:17:49: Zwischendurch

00:17:49: noch die Schriftwechsel.

00:17:50: Okay, ich verstehe.

00:17:52: Wie oft hast du dann Rat, sollte man seine Patientenverfügung aktualisieren oder sich noch mal damit auseinandersetzen?

00:17:57: Grundsätzlich gibt es da kein Verfallsdatum.

00:17:59: Also da gibt es viele Dinge, die ändern sich tatsächlich nicht oft.

00:18:02: Was aber wirklich wichtig ist bei allen Unterlagen, die ich mache, einfach regelmäßig draufgucken.

00:18:07: Das muss nicht regelmäßig jedes Jahr ... sein, aber das sollte schon mal alle zwei drei Jahre sein, weil sich viele Dinge doch.

00:18:13: Ändern.

00:18:13: gerade bei einer Patientenverfügung im höheren Lebensalter, habe ich unter uns ständig eine andere Meinung dazu.

00:18:19: Und viele Dinge arbeite ich gedanklich in meine Verfügung ein, ohne dass die dort tatsächlich steht.

00:18:24: Und von daher, alles, was ich da gemacht habe, sich regelmäßig einfach mal angucken.

00:18:28: Das ist im Normalfall eine Sache von zehn, elf Minuten.

00:18:32: Dann bin ich mit allem durch und weiß dann, ja, es ist weiterhin so, wie ich es haben möchte.

00:18:36: Ist die Patientenverfügung auch ein Dokument, dass du, ich würde noch mal gerne das Beispiel mit deinen Töchtern nutzen, auch in empfohlen hast?

00:18:42: oder ist das vielleicht dann doch noch etwas zu früh?

00:18:46: Ja, das habe ich tatsächlich nicht empfohlen.

00:18:48: Ich habe natürlich gesagt, dass es das gibt.

00:18:51: Aber letztendlich ist das ja tatsächlich etwas, was ich nur für mich selbst entscheiden kann.

00:18:55: Und da kann ich gar nicht sagen, ob man das jetzt haben sollte oder nicht.

00:18:59: Ich kann das nur für mich selbst beantworten.

00:19:02: wie ich das möchte, aber das ist tatsächlich etwas, wo jeder alleine gucken muss, möchte ich das gerne oder möchte ich es nicht.

00:19:08: Also es ist keine Verpflichtung, eine Patientenverfügung zu machen.

00:19:11: Hast du eine?

00:19:12: Ja.

00:19:12: Okay.

00:19:14: Du hast wahrscheinlich einen Riesenordner.

00:19:16: Also,

00:19:19: das ist ja jetzt nicht mein Hobby, mich darum zu kümmern.

00:19:21: Was ist denn, wenn ich irgendwo vor einem Baum fahre?

00:19:24: Es wäre

00:19:24: auch deprimierend.

00:19:27: Man arbeitet ja nicht darauf hin, dass man die Brocken irgendwann braucht.

00:19:30: Aber natürlich ist es so, ich habe selbst schon relativ viel erlebt.

00:19:34: Da wird man natürlich ein bisschen die Sinne geschärft.

00:19:37: Ja, kümmer dich darum.

00:19:38: Das ist bei mir nicht mehr Arbeit als bei allen anderen gewesen.

00:19:41: Also das ist nicht mit, wer weiß, wie viel, Akribie.

00:19:44: Und es ist auch kein riesenzeitlicher Aufwand.

00:19:46: Das ist relativ schnell zu machen, weil meistens ist das ja, ich bin verheiratet.

00:19:51: Und dann hat man ja die Aufgaben so ein bisschen verteilt und beide schreiben eben in diesen Ordner das rein, was so ihr Ressort ist.

00:19:57: Und das geht relativ schnell, hilft aber demjenigen, der anschließend da rein gucken muss, elementar weiter, weil man ansonsten aber ganz viele Sachen bei null anfangen würde.

00:20:06: Also, deine Familie kann durchschnaufen.

00:20:08: Abschließend würde ich gerne noch mal auf ein Thema gucken, das viele von, oder ich würde sagen, alle von uns kennen, vom Begriff her das Testament.

00:20:14: So, das ist doch, ich sag mal, nur was für reiche Erbtanten, oder?

00:20:17: Genau.

00:20:18: Sonst muss man das nicht.

00:20:19: Genau.

00:20:19: Nur, wenn man ein paar Billionchen hat.

00:20:22: Nein, tatsächlich im Testament steht gar nicht, wie wir das aus amerikanischen und englischen Spielfilmen kennen.

00:20:29: Sohn kriegt die Immobilie und Tochter kriegt das Auto.

00:20:31: Und

00:20:32: dann schreit der andere Sohn auf und sagt, nein.

00:20:34: Genau.

00:20:35: So ist es tatsächlich gar nicht, sondern ich regle zunächst mal in meinem Testament, wer wird denn eigentlich mein Rechtsnachfolger?

00:20:40: Also wer tritt denn mit dem Moment meines Todes in alle Rechte und Pflichten ein?

00:20:46: Und daran merkt man schon, das hat erst mal überhaupt gar nichts mit vermögen zu tun, sondern es geht ganz einfach darum, wer ist denn zuständig ab dem Moment?

00:20:54: Und natürlich geht es dann auch irgendwann darum, wie ist denn die wirtschaftliche Auswirkung, wer kriegt denn wann was?

00:21:01: Zunächst mal ist es aber so, wer darf denn eigentlich mich dann gegenüber banken unter Umständen, Grundbuchamt und dergleichen vertreten?

00:21:08: Und da ist es so, wenn ich dort selbst nichts mache, dann ist das zunächst mal auch nicht schlimm, weil unser Gesetzgeber dafür eben die sogenannte gesetzliche Erbfolge geschaffen hat.

00:21:17: Und da gibt es eben bestimmte Regelungen, wer denn dann erbe wird, wenn irgendjemandem etwas passiert.

00:21:23: Das liegt immer... davon ab, wie ist denn?

00:21:25: Die persönliche Situation, bin ich verheiratet, habe ich Kinder, habe ich keine Kinder, dann ändert sich das eben, wie dann tatsächlich die Abwicklung ist.

00:21:32: Können wir einmal drauf gucken, wir nehmen jetzt mal einen klassischen Beispielsfall, eine Person ist verheiratet, hat zwei Kinder.

00:21:37: Wer wird dann Rechtsnachfolger?

00:21:39: Genau, also verheiratet, da geht es dann zunächst mal drum, in welchem Güterstand ist die Ehe denn geschlossen worden?

00:21:47: Und das heißt, wenn es keinen Ehevertrag gibt und die im gesetzlichen Güterstand der Zugewindgemeinschaft leben, dann ist es eben so, dass der Ehepartner zur Hälfte Erbe wird und alle anderen, alle Kinder, teilen sich die andere Hälfte.

00:21:59: Also je nach Kinderanzahl in dem von dir genannten Beispiel dann eben Viertelfittel.

00:22:03: Wie ist das jetzt, wenn ich nicht verheiratet bin?

00:22:04: Ich lebe in der Partnerschaft, aber unverheiratet und hab keine Kinder.

00:22:08: Ich spreche von mir.

00:22:09: Genau.

00:22:11: Nicht verheiratet heißt egal, wie lange ihr zusammen seid.

00:22:14: Ihr bleibt immer Fremde Dritte vom Gesetz.

00:22:17: Das heißt, da passiert gar nichts.

00:22:19: Und bei Kinderlosen geht's dann eben in die andere Richtung.

00:22:21: Das heißt, Mama und Papa werden Erbe.

00:22:23: Und wenn die irgendwann vorverstorben sind, dann werden's eben die Geschwister.

00:22:28: Gut, das heißt also, wenn ich wollen würde, dass mein Freund mein Rechtsnachfolger wird, sollte ich jetzt mal einen Testament machen.

00:22:33: Korrekt?

00:22:34: Auf jeden Fall.

00:22:35: Gut, oder heiraten, so.

00:22:37: Gucken wir mal.

00:22:38: heiraten ist ganz oft die Musterlösung.

00:22:40: Oder, ne?

00:22:41: Dann hat man viel geregelt.

00:22:42: Ganz viel, ganz

00:22:43: viel ist davon automatisch geregelt.

00:22:44: Es ist in Deutschland wirklich sehr praktisch.

00:22:46: So, gut.

00:22:48: Was würdest du sagen, sollte man im Testament, wenn man eins macht, unbedingt regeln, damit es keinen Streit später gibt?

00:22:53: Gibt's da Tipps?

00:22:54: Kein Streit kann ich leider nie verhindern.

00:22:57: Von daher ist aus meiner Sicht immer wichtig, dass ich die Dinge sauber regle im Testament.

00:23:04: Ich muss nicht fair sein.

00:23:06: Das heißt, derjenige, der das Testament erstellt, kann das so bestimmen, wie er das möchte.

00:23:11: Da gibt es keine fernes Pflicht.

00:23:13: Wenn ich das anders regeln, habe ich ja irgendwelche Gründe dafür gehabt.

00:23:16: Wenn ich Streit vermeiden will und habe die Möglichkeit, mit der Familie mich dann eben an einen Tisch zu setzen, dann kann ich das nur empfehlen, weil eben alles das, was ich in so einem Testament niederschreibe, das wird ja auch älter.

00:23:28: Und unter Umständen haben sich bis das dann soweit ist, Dinge wirtschaftlich oder sowas geändert.

00:23:34: Und es ist immer gut, wenn alle Beteiligten vorher wussten, ja, das haben Mama und Papa damit eigentlich beabsichtigt, dann wird auch häufig akzeptiert, dass es dann wirtschaftlich vielleicht etwas auseinander geht, wenn man gar nicht miteinander spricht, dann ist es eben so, dass ich als derjenige, der dann da betroffen ist, unter Umständen immer den Eindruck habe, ja, die wollten mich betuppen, obwohl das gar nicht der ursprüngliche Grund

00:23:55: war.

00:23:56: Alles klar.

00:23:56: Welche formellen Erfordernisse gelten denn fürs Testament?

00:23:59: Grundsätzlich relativ wenig.

00:24:01: tatsächlich, im Idealfall schreibe ich drüber Testament oder mein letzter Wille, das muss komplett handschriftlich erstellt sein.

00:24:08: Ach, Computer erzählt nicht.

00:24:10: Computer zählt nicht.

00:24:11: Auch kein Datum mit Computer, sondern tatsächlich komplett von oben bis unten mit Hand, muss eben entsprechend unterschrieben sein.

00:24:18: In Deutschland haben Eheleute das Privileg, dass sie ein gemeinschaftliches Testament erstellen können.

00:24:23: Aber auch da die klare Empfehlung, das Ganze beim Notar, notariell beurkundet.

00:24:28: zu machen.

00:24:29: Natürlich kann ich sagen, ich mache das ganze handschriftlich, um das Geld zu sparen für den Notar.

00:24:34: Auf der anderen Seite, insbesondere wenn die Immobilie eben vermögen ist, da muss ich anschließend einen sogenannten Erbschein beantragen und da wird die gleiche Gebühren Tabelle herangezogen.

00:24:45: Das heißt, dann kann ich eben heute, wenn ich es heute hintereinander habe, dann spare ich meinen Kindern meiner Ehefrau anschließend dann die Kosten dafür.

00:24:52: Verstehe.

00:24:53: Okay.

00:24:53: Jetzt ist es ja so, heutzutage, dass man nicht mehr nur physische Dinge vererbt, wie Immobilien oder den Brillantschmuck, sondern es gibt auch digitale Nachlässe.

00:25:03: Also zum Beispiel vielleicht ein Konto bei einem Neobroker, wo man großes Depot hat oder andere Werte, die digital hinterlegt sind.

00:25:09: Wie kann ich diesen Nachlass

00:25:11: regeln?

00:25:11: Also letztendlich ist der digitale Nachlass grundsätzlich, fällt er in den Nachlass.

00:25:15: Im häufigen ist die Problematik, dass derjenige, der da jetzt Eigentümer ist, das hat man unter Umständen gar nicht weiß.

00:25:21: irgendwelche Fotoalben in irgendwelchen Clouts habe, dann weiß derjenige, der ja vielleicht gar nicht, wo das ist.

00:25:27: Auch das ist ein extra Punkt in dem Notfallordner, wo ich dann eben darauf hinweisen kann, wo sind denn überhaupt Dinge und wie komme ich da denn dran.

00:25:35: Auch da, da geht es nicht ums Kennenwort bei dem Neo-Worker, sondern zunächst mal um das Bewusstsein zu schaffen, ja da ist noch was und da muss ich mich kümmern und so kriege ich das dann eben auch sauber geregelt.

00:25:45: Du hast jetzt schon das angesprochen.

00:25:46: Das wäre nämlich meine Frage.

00:25:47: Wo lasse ich all diese wichtigen Dokumente, über die wir jetzt gesprochen haben?

00:25:49: Ihr bietet also in deiner Beratung dann auch so ein Ordner an?

00:25:52: Genau.

00:25:52: Das ist letztendlich das elementare Stück aus der Beratung.

00:25:56: Das Thema Vollmacht und wenn gewünscht Patientenverfügung, das ist selbstverständlich, dass ich das mache und der Ordner unterstützt dann eben all diejenigen, die sich anschließend kümmern sollen.

00:26:06: Ganz abschließend, weil es muss der Vorständigkeit einfach noch mit rein.

00:26:09: Ich finde das so interessant, weil es viele gerade in meinem Freundeskreis so Anfang Mitte dreißig beschäftigt.

00:26:13: Das Thema, was ist, wenn meine Eltern älter werden und irgendwann Pflege brauchen.

00:26:18: Und ich höre da oft zum Beispiel Vorurteile mit, ach, dann muss ich das alles bezahlen oder wie soll das denn gehen, dies, das.

00:26:23: Ich würde gerne kurz mit dir noch mal reingehen.

00:26:25: Also, was ist für den Fall, dass ich selbst meine Eltern nicht pflegen kann und sie müssen in einem Pflegeheimen betreut werden?

00:26:31: Was sollte ich vorab für diesen Fall klären?

00:26:33: Ja.

00:26:34: Es ist im Regelfall das letzte Mittel, wenn es dann tatsächlich zu Hause nicht mehr geht, aber natürlich gibt es die Situation, dass ich das zu Hause einfach nicht mehr leisten kann.

00:26:44: Bei einer Pflegeeinrichtung ist es eben so, zunächst mal kann ich mir die als Pflegebedürftiger selbst aussuchen.

00:26:50: Es ist so, dass die gesetzliche Pflegeversicherung da natürlich auch einen Teil der Kosten übernimmt.

00:26:55: Nichtsdestotrotz ist es bei einer Pflegebedürftigkeit, die stationär stattfindet so, dass ich da sehr, sehr hohe Zahlungen selber leisten muss.

00:27:04: Im Kreis wusst so irgendwo im Bereich zwischen zwei tausend, achthundert und fünftausend, fünfhundert Euro monatliche

00:27:10: Zahlung.

00:27:11: Das heißt, das ist teuer und letztendlich bin ich dann eben als Bewohnerin, Bewohner dafür verantwortlich dann auch zu zahlen.

00:27:20: In dem Moment, wo es Geld aufgebraucht ist, ist es nicht so, dass man im Pflegeheim vor die Tür geschoben wird, sondern dann ist es automatisch so, dass der Sozialträger zunächst mal eintritt.

00:27:31: Das heißt, das Pflegeheim bekommt dann eben das Geld weiter.

00:27:34: Dann wird aber geguckt, ist er noch irgendwo vermögen da, sind noch Einkommen da und irgendwann werden dann auch die Kinder befragt.

00:27:41: Wobei da nur Kinder zur Leistung herangezogen werden, deren eigenes zuversteuernendes Einkommen oberhalb von hunderttausend Euro liegt.

00:27:48: Okay.

00:27:49: Das heißt, das ist etwas abgemildert worden im Vergleich zur Vergangenheit, wo es dann eben relativ häufig war.

00:27:56: Für diejenigen, die da drüberfallen, ist es eben genauso wie früher die Regelung, dann muss ich eben auch entsprechend

00:28:02: zahlen.

00:28:02: Das heißt aber, wenn ich jetzt, sag ich mal, einen Durchschnittseinkommen hab, von fünfzigtausend im Jahr brutto, muss ich per se ... Nichts zahlen.

00:28:09: Genau, dann ist grundsätzlich so, dass ich daraus bin.

00:28:11: Natürlich geht es immer darum, wie ist denn eigentlich die eigene Vermögenssituation?

00:28:15: Da zählt nicht das Vermögen, sondern eben das Einkommen wird sich daraus generieren und muss das dann eben zumieren.

00:28:20: Klaus,

00:28:21: Pflege ist nochmal ein ganz großes eigenes Fass.

00:28:23: Ich würde jetzt wirklich auf die Situation beschränken wollen, dass die eigenen Eltern ein Pflegefall werden.

00:28:28: Was würdest du sagen, könnte ich schon heute mit meinen Eltern besprechen, solange sie noch gesund sind und alles läuft, um etwas besser vorbereitet zu sein?

00:28:35: Auch da ist im Ordner zum Thema Pflege, beispielsweise das Thema Pflegeverfügung, wo ich dann selbst sagen kann, so wie tick ich denn grundsätzlich und wie stelle ich mir das selbst denn eigentlich vor?

00:28:47: Und das ist ja eine wichtige Frage.

00:28:50: Auch für mich, ich muss ja selbst regeln, so wie möchte ich das denn gerne haben?

00:28:55: weil natürlich je mehr ich für eine Pflegeeinrichtung ausgebe, desto weniger bleibt später über und ich kann das ja letztendlich nur für mich selbst entscheiden, ist mir das wichtiger, dass ich eben da vernünftig untergebracht wird.

00:29:07: oder soll es dann eben zwingend in die nächste Generation gehen.

00:29:12: Wie komme ich denn jetzt an diesen Ordner und an eine persönliche Beratung mit dir?

00:29:15: Ja, Termin vereinbaren mit mir und dann klappt das.

00:29:19: Das ist erst mal relativ egal, wo.

00:29:22: Das heißt, ich bin im gesamten Geschäftsgebiet unterwegs, bin relativ häufig auch bei unseren Kundinnen und Kunden zu Hause.

00:29:28: Insbesondere dann, wenn schon irgendwelche Dinge vorbereitet sind, ist es ja gut, dass man die dann mal eben sichten kann.

00:29:34: Ansonsten in jeder unserer Geschäftsstellen bin ich auch gerne.

00:29:38: Einfach nach Klaus Steinhoff fragen.

00:29:40: Wir haben die top drei Dokumente jetzt gesagt, Testament, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht.

00:29:45: Welches ist die Nummer eins?

00:29:46: Du musst dich entscheiden.

00:29:47: Vollmacht.

00:29:48: Das ist das, wo die Dramatik tatsächlich am größten ist, wenn es nicht vorliegt.

00:29:52: Weil ich dann unter Umständen plötzlich mit jemandem fremdem zu tun habe.

00:29:56: Und es ist erst mal in dem Moment, wo eine Entscheidung getroffen wird.

00:29:58: Es ist erst mal ein Handlungsvakuum da, weil das ja erst mal alles geklärt werden muss, wenn ich das nicht habe.

00:30:03: Von daher extrem wichtiges Thema des Themas vollmacht.

00:30:06: Klaus, wir stellen uns vor, du kannst eine Tafel auf dem Soster Weihnachtsmarkt mieten.

00:30:10: Dieses Konzept habe ich für Marzia Hilscher, dem Podcast gehört.

00:30:12: Ich finde das sehr spannend, diese Idee.

00:30:14: Also du mietest eine große Tafel auf dem Soster Weihnachtsmarkt und darfst eine Sache, einen Tipp in Sachen Vorsorge drauf schreiben.

00:30:19: Was wird da stehen?

00:30:20: Wer seine Angehörigen liebt, hat eine Vorsorge vollmacht.

00:30:24: So, Klaus, besser wird es nicht.

00:30:25: Vielen, vielen Dank dir, dass du dir die Zeit genommen hast.

00:30:27: Super, super spannend.

00:30:28: Und ich nehme da ganz viel daraus mit.

00:30:30: Danke.

00:30:31: Ich danke dir.

00:30:32: Das war Folge zehn von Bar oder mit Karte.

00:30:35: Schick diese Folge doch unbedingt der Person in deinem Freundeskreis, der du deine Finanzen am Isten überlassen würdest.

00:30:41: Tatsächlich ist das ja auch erst mal die letzte Folge von Bar oder mit Karte, deinem Finanzpodcast von der Volksbank Hellwig.

00:30:47: Ich bin Eva Schulze Gabrichten.

00:30:48: Danke, dass du bis hierhin mit dabei warst und wir hören uns.

00:30:55: Ciao!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.